Die Mehrheit der Menschen, die Virtual Reality ausprobieren, erleben eine Form von Reisekrankheit. Die Ursache dafür kann eine Reihe von Faktoren sein und es gibt eine Reihe von Lösungen, um dies zu verhindern oder den Schweregrad zu reduzieren.

In diesem Artikel werde ich kurz auf die verschiedenen Ursachen eingehen und dann erklären, wie ich sie in meiner eigenen Erfahrung reduziert habe.

Es gibt derzeit nicht viel solide Forschung zum Thema VR Motion Sickness, daher basieren alle Informationen auf den Erfahrungen der Nutzer und nicht auf konkreten Daten (wenn du welche kennst, poste bitte die Links unten).

Die folgenden Erkenntnisse basieren größtenteils auf meinen persönlichen Erfahrungen mit der Oculus Rift und werden wahrscheinlich auch für andere HMDs gelten, aber es ist immer gut, seine eigenen Tests zu machen und herauszufinden, was für einen selbst funktioniert.

Beim Spielen von Elite. Dangerous (das derzeit meistverkaufte VR-Spiel) habe ich mit der Oculus Rift leichte Motion Sickness erlebt: Dangerous, also dachte ich, ich teile meine Erkenntnisse mit anderen. Es sollte angemerkt werden, dass die Bewegungskrankheit im Allgemeinen ein Spektrum von Symptomen ist und nicht ein Ein/Aus-Schalter hat.

Die Mehrheit der Spieler wird wahrscheinlich überhaupt keine Probleme haben und die, die es haben, leiden vielleicht nicht jedes Mal darunter, wenn sie VR nutzen. Eine gewisse Form von Motion Sickness ist für die meisten Menschen normal, wenn sie VR nutzen, aber wenn wenn du Probleme hast, mach dir keine Sorgen, das kann überwunden werden.

Meine wichtigste Erkenntnis: reduziere das Field of View (FoV) und deine Chancen auf Motion Sickness werden stark reduziert oder ganz eliminiert!

Ich entdeckte, dass die Anpassung des FoV an mein physisches Sichtfeld (45 Grad) nicht nur die VR-Krankheit für mich eliminierte, sondern auch die virtuelle Realität im Allgemeinen viel angenehmer machte. Ich hatte mit einer FoV-Einstellung gespielt, die dem Sichtfeld meines Monitors entsprach (90 Grad), was in den Oculus Rift Community-Foren häufig empfohlen wird. Das Ergebnis war eine spürbar verbesserte Erfahrung. Dies ist nun mein Standardwert geworden, es sei denn, ich möchte eine besonders weite Einstellung wie „Fischaugenobjektiv“ simulieren.

Die Oculus Rift community empfiehlt etwa 90 Grad FoV für sitzende Setups, aber ich empfehle eher weniger. Beim Spielen von Elite Dangerous habe ich mit einem FoV von 110 Grad angefangen, was anfangs gut funktionierte. Aber es wurde schnell klar, dass dies zu viel für mich war, weil mein Kopf sich anfühlte, als würde er schwimmen und ich eine leichte Motion Sickness erlebte (das ist eigentlich ziemlich typisch). Es hat eine Weile gedauert, bis ich den Sweet Spot zwischen zu wenig und zu viel FOV gefunden hatte, aber seitdem funktionieren 45 Grad hervorragend.

Indem du dein physisches Sichtfeld von 90 Grad auf 45 Grad erhöhst, reduzierst du das virtuelle um 55%! WOW! Das mag größer sein als das, was die Oculus Rift Community als „empfohlen“ ansieht, aber denk daran: ihre Empfehlungen basieren größtenteils auf sitzendes Gameplay, also berücksichtige dies.

Ich habe Elite Dangerous nun schon viele Stunden gespielt und überhaupt keine Übelkeit verspürt. Für mich ist es so, als ob der Maßstab des Spiels im Vergleich zu meiner ersten Stunde mit VR „herausgezoomt“ wurde: Ich denke nicht mehr darüber nach, herumzulaufen oder einen Joystick zu bewegen; ich schaue einfach in die Richtung, in die ich gehen möchte und bin sofort dort. Die VR-Immersion ist wirklich unglaublich.

IVRC (Inter-Visual-Processing-Coupling) ist ein interessantes Phänomen in der virtuellen Realität und kann eine Menge Probleme verursachen, wenn du darauf empfindlich reagierst (wie die meisten Menschen anfangs). Es tritt auf, weil deine Augen unterschiedliche Bildwiederholraten haben – 60 Mal pro Sekunde für ein Auge . Wenn die Frameraten nicht übereinstimmen, nimmt dein Gehirn eine Bewegung zwischen ihnen wahr. IVRC wird oft als Ursache für Motion Sickness in der VR genannt (bei mir war es auf jeden Fall so) und die Auswirkungen sind leicht als Artefakte auf dem Bildschirm zu sehen: Ruckeln oder Unschärfe, wenn du dich schnell bewegst.

IVRC kann reduziert werden, indem du die Bildwiederholrate deines Monitors senkst; ich habe festgestellt, dass 60Hz beim Spielen von Elite Dangerous gut funktioniert, aber einige Leute berichten, dass 30Hz besser ist. Außerdem empfehle ich, den Anzeigemodus deiner Oculus Rift auf „Direct Mode“ einzustellen: Dies zwingt sie dazu, alle zusätzlichen Einstellungen zu ignorieren, die du in den Windows-Anzeigeeinstellungen vornimmst.

Der Hauptschuldige ist hier wahrscheinlich die höhere Sichtfeldeinstellung; mit zwei Mal mehr zu bewegen, wirst du wahrscheinlich mehr Artefakte sehen. Das Oculus VR SDK empfiehlt jedoch, die Bildwiederholrate deines Monitors auf 75Hz einzustellen – anscheinend ist das eine gute Balance zwischen Artefakten und Headtracking-Latenzen.

Ich hoffe, dass diese Informationen allen von euch helfen, die Motion Sickness in der virtuellen Realität zu reduzieren!